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Traditionen im Landkreis Hajnówka

 

Das Handtuch – Ein Symbol des Lebens und des Todes

 

Die Region des Białowieża-Urwaldes ist ein kulturelles Grenzland. Seit Jahrhunderten existieren hier zwei Kulturen nebeneinander: die östliche und westliche – die polnische und weißrussische. Die beiden Nationalitäten haben mit  katholischen und orthodoxen Glaubensbekenntnissen unterschiedliche Religionen. Dieser  Kulturraum in seiner Ausprägung und Erhaltung ist ein Ergebnis der wechselvollen Geschichte der hiesigen Region.

In der Kultur der Bewohner des Białowieża-Urwaldes hat das Handtuch eine ganz besondere Bedeutung. Es begleitet den Menschen durch sein ganzes Leben, von der Geburt bis zum Tod. Handtücher waren einst aus Leinen gefertigt. Ganz gleich von der tatsächlichen Bestimmung, war es ein Symbol der drei Grenzen, welches der Mensch in seinem Leben überschreitet.

Die erste davon war die Geburt. Wenn die Frau bei Geburt eines Kindes auf dem Bett oder Tisch lag konnte sie sich an einem an der Zimmerdecke hängend befestigten Handtuch (welches oft vom Priester geweiht war) festhalten, was ihr oft Erleichterung verschaffte. Leinen ist rein und steril, so dass man die Kinder nach der Geburt in ein solches Handtuch wickelte.

Die zweite der beschriebenen Grenzen war die Hochzeit. Dabei wurde das Handtuch für unterschiedliche Rituale verwendet. Beispielsweise im Bett als Unterlage während der Hochzeitsnacht, wenn die Frau eine weitere für sie wichtige Grenze in ihrem Leben überschritt.

Ein Handtuch diente aber auch zum Einwickeln des Brotes, welches die Eltern der Braut zur Hochzeit geschenkt bekamen.

Das Handtuch, mit welchem die Ikone bei der Trauung verdeckt wurde, nennt man in dieser Region „Nabożnik”.

Die Handtücher waren einst mit Mustern verziert, welche Inschriften mit Wünschen für Gesundheit, Glück und ein langes Leben hatten. Handtücher verwendetet man als Opfertücher mit Bitte um göttlichen Beistand. An Friedhofskreuzen brachte man Handtücher an, damit Gott den verstorbenen Ruhe und Frieden gab. Üblich waren sie auch an Wegeskreuzen und in den Kirchen.

Die dritte Grenze, die jeder von uns überschreitet, ist der Tod. Auf zwei speziellen gewebten langen Handtüchern trug man den Verstorbenen aus dem Haus und zum Friedhof. Mit dem „Nabożnik”-Handtüchern lies man dann auch den Sarg in das Grab hinab.

Nach alter Tradition wurden die Handtücher in der Fastenzeit gewebt, wenn sich der Körper von den Sünden reinigte, die Gedanken mit Güte ausgefüllt waren und die Menschen sich treuherzig verhielten und enthaltsam waren. Die gestickten Motive auf den Handtüchern enthielten Motive aus der Natur: Pflanzen oder Tiere. Abgebildet wurden aber auch Sonne, Feuer und Wasser.

Wenn die Frauen, welche die Handtücher anfertigten, noch etwas persönliches hinzugeben wollten, waren es Sprüche, Kronen und manchmal auch eine eigene Signatur. Die Zeichen stammten oft aus früheren heidnischen Zeiten. Manchmal entdeckt man auch Handtücher mit Knoten ohne Ende, was als Symbol für ein langes Leben stand.

 
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Bestickte Handtücher mit typischen Motiven aus der Region des Białowieska-Urwald. Fotos: Archiv der Landkreisverwaltung Hajnówka.

 

Kleidung und Hauswäsche bewahrte man einst in hölzernen Truhen auf.

 


Diesen Artikel präsentiert:
Landkreis Hajnówka
Im Land der Wisente und offenen Fensterläden.
 

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Quelle: money.pl
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