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Sitten und Gebräuche - Freilichtmuseum Skansen Olsztynek

 

Sitten und Gebräuche in der Vergangenheit

Die volkstümliche Kultur umfasst die gesamte Palette des Lebens auf dem Land. Dazu zählen Kleidung (insbesondere Trachten), Möbel, familiäre Bräuche, Folklore (Musik, Tanz, Dichtung und Volkskunst) sowie das Handwerk (u.a. Weber, Töpfer und Kachelherstellung).

Die alten Trachten sind die wirkungsvollsten Elemente der volkstümlichen Kultur, welche die regionale Identität ausdrücken. Wer eine Tracht trug, zeigte öffentlich seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe. Die Farben und Formen widerspiegelten die ästhetischen regionalen Geschmäcker.

In der polnischen und deutschen Literatur ist dokumentiert, dass man hierzulande Volkstrachten insbesondere in den Jahren 1820 bis 1870 trug. Zu dieser Zeit entwickelte sich Ermland und Masuren entscheidend. Unter geschichtlichen und wirtschaftlich-sozialen Aspekten passierte hier sehr viel.

Relativ früh begannen Ermländer und Masuren in Manufakturen hergestellte Kleidung zu tragen. Diese waren billiger, funktionaler und modischer. Am längsten hielten die Frauen an der traditionellen Kleidung fest. Obwohl sich nicht viele Elemente der volkstümlichen Kultur erhielten, konnten diese durch intensive Forschungen rekonstruiert werden.

Charakteristischste Elemente der Frauenbekleidung waren Röcke, Westen, Jacken und Hauben. Im Ermland verwendete man mit Stickerei, Spitzen und Kokarden verzierte „steife Häubchen”. In Masuren waren bescheidenere Häubchen aus schwarzem Samt populär.

Die Tracht der Männer setzte sich aus „Buksen” bezeichneten Hosen, Westen und Bauernkitteln zusammen.

Die klimatischen Bedingungen und die großen Auenflächen begünstigten den Anbau von Flachs sowie die Schafzucht, was die Wollherstellung und die Weberei entstehen lies. Spinnräder und Webstühle fanden sich in fast jedem Haushalt. Überwiegend wurde Leinengewebe hergestellt, aber auch Baumwoll- oder Schurwollprodukte. Darüber hinaus verwendete man zur zeitgenössigen Produktion in der Weberei verschiedenfarbige Materialien.

Besondere Beachtung verdienen dekorative Gewebe aus Leinen, Baumwolle und reiner Wolle, welche für Bettabdeckungen und als Tischdecken verwendet wurden. Diese fand man in jeder ermländisch-masurischen Hütte.

Die volkstümliche Töpferei verschwand in Ermland und Masurem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Man konnte der starken Konkurrenz industrieller Produkte nicht mehr standhalten. Im ermländisch-masurischen Museum in Olsztyn, dem masurischen Museum in Szczytno und dem Museum des volkstümlichen Bauwesens in Olsztynek findet man aus traditionellen Töpfereien stammende Gefäße. Das sind insbesondere Kannen, Töpfe, Filter für Met und Milch sowie Doppeltöpfchen.

Die Produktion von Kacheln kam aus Danzig, Elbing und Thorn in die ermländisch-masurische Region. Besonders in den Masuren erreichte die Kachelherstellung ein hohes künstlerisches Niveau. Hauptproduktionsorte waren die heutigen Städte Szczytno, Pasym und Nidzica. Die von den Handwerkern bemalten Kacheln wurden zu einer wertvollen Informationsquelle über das frühere dörfliche Leben. Die Abbildungen zeigten Tätigkeiten der Menschen, Elemente der volkstümlichen Trachten und Blumen. Besonders die vermögenden Bauern kauften diese Kacheln. Die daraus gebauten Öfen waren ein Schmuck, welcher den Reichtum der Besitzer widerspiegelte.

Im Museum der volkstümlichen Bauweise kann man auch das traditionelle Möbel der Bauernhäuser ansehen. Während die armen Bauern nur einfache selbstgebaute Möbelstücke hatten, fand man bei den vermögenden Bauern kunstvoll verzierte und bemalte Schränke, Kredenztische, Betten, Tische, Stühle und Truhen. Diese wurden bei Tischlern bestellt oder auf Jahrmärkten gekauft. Bei der Bemalung überwogen Blumen und pflanzliche Ranken, welche sich oft wiederholen.

Die Schränke waren unterschiedlich gebaut. Entweder hatten sie eine oder zwei Türen. Wie die Truhen auch, waren die Schränke fast immer bemalt. Eine Betonung lag auf den Schubladen, Türen und Seitenwänden.

Die Anrichten, welche rechteckig oder dreieckig waren, boten Platz für Schüsseln, Teller, Kannen und Besteck. Dreieckige Anrichten hatten ihren Platz immer in einer Ecke der Stube.

Volkstümlichen Schnitzer und Bildhauer fand man überwiegend im Ermland, wobei die Motive fast immer mit dem katholischen Glauben verbunden waren (z.B. Figuren für Haus- oder Wegesrandkapellen). Bei der masurischen Bevölkerung spielte Holzbildhauerei kaum eine Rolle. Dort gab es derartige Werke nur in Kirchen und auf Friedhöfen.

Beliebte Motive der ermländischen Schnitzer und Bildhauer waren Marienfiguren und die Kreuzigungsszene, aber auch Figuren der Schutzheiligen (Hl. Nikolaus, Antonius, Rochus oder Valentin). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlor dieses volkstümliche Handwerk an Bedeutung. Heute sind nur noch wenige dieser Relikte vorhanden, welche uns von der damaligen Zeit erzählen.

Text: Jadwiga Wieczerzak, Bearbeitung: Maik Veit
 
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Traditionelle Arbeiten am Webstuhl. Foto: Museum
 

Getreide wurde damals in kleinen Bauernhöfen mit der Hand gemahlen. Foto: Museum
 

Ganz schön ungewohnt: Die engen Holzbänke einer früheren Dorfschule. Foto: Museum
 

Die Kinder lernen die Anfertigung von Kunstblumen kennen. Foto: Museum
 


Diesen Artikel präsentiert:
Muzeum Budownictwa Ludowego - Park Etnograficzny w Olsztynku
Volkstümliche Bauweise lebendig dargestellt.
 

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Quelle: money.pl