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Sitten und Gebräuche - Freilichtmuseum Skansen Olsztynek

 

Brauchtum und regionale Kultur in der Gegenwart

Durch den Austausch der Bewohner in den einst deutschen Regionen nach dem zweiten Weltkrieg kamen viele Vertriebene aus den polnischen Ostgebieten (im Verlauf der Aktion „Wisła”) in die heutige Woiwodschaft Ermland und Masuren. Mit den deutschen Einwohnern verschwanden auch deren Kultur, die Sitten und Bräuche. Die neuen Bewohner brachten jedoch aus der alten Heimat ihre Traditionen mit. Die polnischen Einwohner, welche schon immer hier wohnten, behielten ihre Gewohnheiten bei.

So entstand in den Jahren nach dem Krieg ein buntes Mosaik an kulturellen Bräuchen und regionaler Folklore. Außer den polnischen Bräuchen der Ermländer und Masuren findet man heute auch die Kultur aus den Regionen rund um Wilno (Vilnius), Grodno, Lwów (Lemberg), aber auch aus Kurpie oder Masowien.

Seit geraumer Zeit beobachtet man hierzulande, dass sich engagierte polnische Menschen mit der Erhaltung der einst deutschen Kultur, Folklore und regionaler Küche beschäftigen. Diese Kultur prägte den Landstrich in Jahrhunderten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die Neuankömmlinge Haushaltgegenstände und landwirtschaftliche Geräte mit, aber auch handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, ihr nationales Selbstverständnis und ihre kulturellen Werte. So entstand eine völlig neue volkstümliche Kultur. Ein langsamer Prozess der sozialen und kulturellen Integration nahm seinen Anfang.

Im Alltagsleben, den Feiertagen und im volkstümlichen Schaffen behielt man die für die Herkunftsregionen typischen Traditionen bei. Die einheimischen und fremden Volksgruppen existierten nebeneinander. Im Laufe der Zeit übernahm man gegenseitig die Formen der Lebensweise, der Hauswirtschaft, im Handwerk und der Volkskunst. Das ist besonders in der Weberei und Töpferei erkennbar.

Interessant ist die Entwicklung in der Folklore, beim Tanz und der Sprache. Die Mitglieder der musikalischen und tänzerischen Volkskunstgruppen hatten neben den ermländischen und masurischen Formen auch Melodien, Tänze und Lieder aus der alten Heimat im Repertoires. So ist es auch noch heute.

Die kulturellen Einrichtungen in der Woiwodschaft Warmińsko-Mazurskie, die Museen, Kulturhäuser, wissenschaftlichen Forschungszentren und Vereine dokumentieren die Veränderungen, beschäftigen sich aber auch damit, die volkstümliche Kultur aus der Vergangenheit und der Gegenwart bekannter zu machen. Eine der Aufgaben ist die Förderung bestimmter Zweige der Kultur, insbesondere der Volkskunst und Folklore.

Ein Beispiel ist das hier vorgestellte Museum der volkstümlichen Bauweise in Olsztynek. Seit dem Jahre 1969 beschäftigt man sich dort mit der Kultur der Ermländer und Masuren, aber auch der Umsiedler. In diesem ethnografischen Park werden nicht nur Gebäude gezeigt, sondern auch rund dreißig ständige und zeitweilige Ausstellungen, welche sich mit dem Alltagsleben der früheren Bewohner von Ermland, Masuren, dem Oberland sowie anderen Regionen befassen.

Beispielsweise findet man in den Bauernhäusern Werkstätten verschiedener Gewerke: Schuhmacher, Schmied, Weber, Ölmüller sowie Schneider und Tischler.

Mehrmals im Jahr organisiert das Museum Veranstaltungen und zeigt ausgestorbene Handwerksberufe. Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene staunen, wenn sie sehen, wie einst Wäsche wusch und mangelte oder wie man Mehl mit einer Handmühle herstellte. Die Besucher begeistern auch die alten Webstühle oder der Schmied, wenn er Hufeisen herstellt. Wer möchte, kann selbst einige Tätigkeiten ausprobieren. Zum Beispiel in der alten Schule mit den engen Bänken sitzen und versuchen, mit einer Gänse- oder einer Stahlfeder zu schreiben.

Im Museum wird auch gezeigt, wie man einst die Wohnräume ausgestaltete: mit Papierblumen oder bemalten Glasscheiben. Für Männer ist eher die schwierige Technik der Holzbildhauerei oder Schnitzerei interessant. Teil der Bildungstätigkeit des Museums sind Kurse und Workshops zu traditioneller oder zeitgenössiger Volkskunst.

Unter fachkundiger Führung kann man die architektonischen Formen der Dörfer des 18. und 19. Jahrhunderts in Ermland und Masuren oder das Leben der Prussen, den ersten Bewohnern der Region, kennen lernen. Interessant sind auch die Veranstaltungen zu besonderen Anlässen wie Ostern oder Weihnachten.

In der Sommersaison organisiert man für Einheimische und Touristen zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, wie Konzerte mit volkstümlicher Kultur und Folklore, Jahrmärkte oder Feste, bei welchen regionale Produkte und Kochrezepte vorgestellt werden. Das alles trägt dazu bei, die ehemalige und zeitgenössische Kultur von Ermland und Masuren zu erhalten und weiter bekannt zu machen.

Text: Jadwiga Wieczerzak, Bearbeitung: Maik Veit
 
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Das Museum vermittelt Schülern Wissen über die ermländische und masurische Geschichte. Foto: Museum
 

Erinnerungsbilder mit historischen Trachten. Foto: Museum
 

Bei Veranstaltungen werden alte Kochrezepte der Region vorgestellt. Foto: Museum
 

Im Souvenirladen des Museums findet man auch Puppen mit für die Region typischen Trachten. Foto: Museum
 


Diesen Artikel präsentiert:
Muzeum Budownictwa Ludowego - Park Etnograficzny w Olsztynku
Volkstümliche Bauweise lebendig dargestellt.
 

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Quelle: money.pl